Sicher durch die kalte Jahreszeit: So machen Sie Ihren Rasentraktor winterfest

Selbst wenn es für uns als Gärtner das gesamte Jahr über ausreichend Arbeit gibt – die Natur gönnt sich im Winter bekanntlich eine Pause. Sobald die Bodentemperatur unter 9° Celsius fällt, stellen die meisten Pflanzen ihr Wachstum ein.

Auch Ihr Rasen nimmt sich diese Auszeit und muss für die nächsten Monate nicht mehr gemäht werden. Zeit also, Ihren Rasentraktor einzumotten und winterfest zu machen.

Welche Arbeitsschritte notwendig sind, um für ein langes Mäher-Leben zu sorgen und worauf Sie achten müssen, damit Ihr Traktor im nächsten Frühjahr wieder zuverlässig anspringt, erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag.

Sauberkeit zuerst: Den Rasentraktor gründlich reinigen

Nach dem letzten Mähvorgang der Saison beginnt die Vorbereitung auf den Winter mit einer intensiven Reinigung Ihres Rasentraktors. Natürlich gehört das Säubern des Mähers zu den Aufgaben, die nach jedem Rasenschnitt erledigt werden sollten. Vor der kalten Jahreszeit allerdings ist besondere Sorgfalt angezeigt.

1) Befreien Sie daher zunächst den Fangkorb, das Mähwerk und den Auswurf von Grasresten. Beschränken Sie sich dabei aber nicht alleine auf die Verwendung einer Bürste, sondern greifen Sie zu Gartenschlauch, Hochdruckreiniger oder besser noch einem Kompressor. Die Luft ist für Lager und Dichtungen weniger schädlich als Wasser.

    Achtung: Mit dem Hochdruckreiniger geht die Arbeit natürlich leichter von der Hand. Achten Sie allerdings darauf, den Strahl nicht zu stark einzustellen. Richten Sie das Wasser außerdem niemals direkt auf den Motor oder das Innere eines Mähdecks, auch nicht, wenn er stark verdreckt ist. Hier ist Handarbeit angesagt.

    Geheimtipp Kompressor: Starke Reinigungsleistung und das ganz ohne Wasser: so bleibt der Mäher trocken und wird gleichzeitig sauber. Selbst grober Schmutz lässt sich gefahrlos entfernen. Der große Vorteil ist, dass selbst am Motor und im Inneren des Mähdecks damit gearbeitet werden kann.

    2) Spritzen Sie Fangkorb, Mähwerk und Auswurf gründlich sauber. Achten Sie insbesondere am Korb darauf, dass die Lüftungsöffnungen frei von Schnittgut sind, denn gerade dort verstecken sich oft heimtückische Grasreste. Es gibt nur wenige Stoffe, die Metall schneller rosten lassen, als moderndes Gras – sämtliche Rückstände müssen daher gründlich entfernt werden.

    3) Vergessen Sie auch das Mulchgehäuse nicht, falls Ihr Rasentraktor eines besitzt und widmen Sie sich dann den Bauteilen, die bei einer standardmäßigen Reinigung gerne vernachlässigt werden: Räder, Fahrgestell und Gehäuse Ihres Mähers verdienen vor dem Winter eine ausgiebige Säuberung.

    4) Werfen Sie zuletzt einen Blick in den Motor. Auch hier können sich Reste des Grünschnitts absetzen, die Sie am besten mit einer weichen Bürste beseitigen.

    5) Abschließend empfehlen wir, das Mähgehäuse von innen und außen mit Öl zu imprägnieren, um es noch besser vor Rost zu schützen. Wenn dann auch der letzte Grashalm seinen Weg auf den Kompost gefunden hat, wird es Zeit für den nächsten Schritt, um Ihren Rasentraktor winterfest zu machen.

      Das passende Winterquartier: Hier lagern Sie Ihren Rasentraktor ein

        Ein geschützter Ort, um den Rasentraktor einzulagern.

        Schuppen, Garage oder Scheune: ein geschütztes Plätzchen für den Winterschlaf des Rasentraktors.

        Fahren Sie Ihren Mäher jetzt am besten direkt an den Ort, an dem er die nächsten Monate verbringen wird. Denn nach den folgenden Arbeitsschritten werden Sie ihn erst einmal nicht mehr starten können – und 170 Kilogramm zu schieben ist wahrlich kein Vergnügen.

        Wir empfehlen für die Überwinterung dringend ein Plätzchen im Schuppen oder der Garage – auf jeden Fall einen trockenen Ort, an dem die Temperaturen nicht allzu tief fallen.

        Davon, ihn einfach unter einer Plane im Hof abzustellen, weil „die Winter ja gar nicht mehr so kalt sind“, raten wir unbedingt ab. Feuchtigkeit ist tödlich für Ihren Rasentraktor und bereits eine Nacht mit Temperaturen unter null Grad kann ausreichen, Ihre Maschine nachhaltig zu beschädigen.

        Haben Sie ein lauschiges Plätzchen für Ihren Rasentraktor gefunden, wird es Zeit für die nächsten Überwinterungsmaßnahmen. Welche das sind, hängt davon ab, ob Sie einen Rasentraktor mit Benzinmotor oder einen Elektrorasentraktor fahren.

        Arbeitsschritte an Rasentraktoren mit Verbrennungsmotor

        Fährt Ihr Rasentraktor mit Kraftstoff, gilt es vor dem Winterschlaf vier entscheidende Punkte zu beachten. Diese sind:

        #1 Raus mit dem Benzin: Den Tank leeren

        Benzin enthält Schwebstoffe, die sich im Laufe der Zeit am Boden des Tanks ablagern. So verliert der Kraftstoff nicht nur seine Zündwirkung, primär kann es zu einer Verharzung und damit zu einer Beschädigung Ihres Rasentraktors kommen. Deshalb ist ein leerer Tank so wichtig.

        Besitzen Sie keine Absaugpumpe, können Sie Kraftstoff ablassen, wie Sie es aus Hollywoodfilmen kennen: mit einem Kanister, einem Stück Schlauch und einem beherzten Ansaugen. Wir empfehlen außerdem einen Pfefferminzkaugummi für den frischen Geschmack im Mund nach dem Ansaugen. Starten Sie Ihre Maschine anschließend im Leerlauf und lassen Sie sie so lange laufen, bis sie von allein ausgeht, um auch die letzten Benzinreste zu verbrauchen.

        Als Alternative finden Sie im Fachhandel Kraftstoff-Additive, die Sie in den gefüllten Tank geben. Diese verhindern eine Verharzung des Benzins und sorgen ebenfalls dafür, dass Ihr Rasentraktor im nächsten Frühjahr wieder zuverlässig anspringt.

        #2 Den Ölstand kontrollieren und Öl wechseln

        Kontrollieren Sie vor der Winterpause zudem den Ölstand Ihres Rasentraktors und füllen Sie gegebenenfalls frisches Öl nach.

        Noch besser – und von den meisten Herstellern empfohlen – ist ein Ölwechsel zum Saisonende. Warten Sie mit dieser Aufgabe nicht bis zum Frühling, denn auch in altem Öl können sich Schwebstoffe absetzen.

        Ob Öl noch gebrauchsfähig ist, erkennen Sie an seiner Farbe: Je älter der Schmierstoff wird, desto dunkler erscheint er. Spätestens, wenn das Öl vollkommen schwarz ist, wird es Zeit für einen vollständigen Wechsel.

        #3 Zündkerzen tauschen oder reinigen

        Die Zündkerzen eines Verbrennungsmotors sind Verschleißteile und bedürfen einer regelmäßigen Wartung – und die Winterruhe ist der ideale Zeitpunkt dafür.

        Viele Hersteller raten zu einem vollständigen Austausch einmal pro Saison. Allerdings reicht es meist aus, die Zündkerzen einfach zu reinigen. Bauen Sie sie daher aus und entfernen Sie sämtliche Schmutzpartikel am unteren Ende der Fassung mit einer Drahtbürste.

        Erst, wenn Ihr Rasentraktor nur noch unwillig anspringt oder sein Motor im Betrieb hörbare Aussetzer hat, wird es wirklich Zeit für einen neuen Satz Zündkerzen.

        #4 Den Saft abdrehen und die Batterie im Winter ausbauen

        Auch wenn Sie Ihren Rasentraktor nicht verwenden, seine Batterie entlädt sich trotzdem langsam – gerade dann, wenn sie an einen Verbraucher angehängt ist. Klemmen Sie daher über den Winter die Stromversorgung ab.

        Noch besser ist es, die Batterie vollständig auszubauen und an einem trockenen Ort zu lagern, an dem die Temperatur nicht unter 15° Celsius fällt. Bereiten Sie sich und Ihren Traktor auf eine längere Ruhepause vor, empfehlen wir zusätzlich den Anschluss an ein Ladegerät mit Spannungserhaltung oder auch Erhaltungsladung genannt. So befindet sich Ihre Batterie stets im optimalen Ladezustand und wird nicht überladen.

        Für Elektromobile: Arbeitsschritte am Akkurasenmäher

        Besitzt Ihr Rasentraktor einen Elektroantrieb, ist sein Akkumulator das einzige Bauteil, um das Sie sich vor der Winterpause kümmern müssen. 

        Laden Sie den Akku auf maximal 60 Prozent und bauen Sie ihn anschließend aus. Lagern Sie ihn anschließend an einem trockenen Ort bei Temperaturen von 10° bis 15° Celsius. Bei Nutzungs-Pausen, die länger als drei Monate dauern, kontrollieren Sie regelmäßig die Ladung und laden gegebenenfalls nach. So bleibt der Stromspeicher intakt, verliert keine Kapazität und ist bereit für den Einsatz im nächsten Frühjahr.

        Bei festverbauten Akkumulatoren ist es wichtig, den Rasentraktor möglichst warm zu lagern. Sollte ihr Lebenspartner Einwände gegen eine Überwinterung im Wohnzimmer haben, empfehlen wir die Abdeckung ihrer Maschine mit einer thermoisolierten Plane.

        Fit für den Frühling: Weitere Arbeitsschritte für eine sichere Überwinterung

        Haben Sie sich nun um Benzintank, Batterie und Motor beziehungsweise den Akku gekümmert, gibt es ein paar weitere Maßnahmen, die wir Ihnen im Sinne eines langen Traktor-Lebens gerne ans Herz legen möchten:

        1. Reifendruck kontrollieren: Lange Standzeiten sind für die Reifen Ihres Rasentraktors eine große Belastung. Stellen Sie daher vor der Winterpause sicher, dass diese ausreichend mit Luft befüllt sind.

        2. Mähmesser checken: Ein Rasentraktor mit stumpfen Messern ist ungefähr so nützlich wie eine löchrige Gießkanne. Überprüfen Sie das Schneidwerkzeug also auf Beschädigungen, Scharten und Kanten. Eventuell ist ein Austausch erforderlich und die Winterpause bietet dafür ausreichend Zeit.

        3. Bewegliche Teile ölen: Alles, was sich an Ihrem Rasentraktor dreht und wendet – also etwa der Querlenker oder die Radachsen – sollte gut geschmiert werden. An den meisten Geräten finden sich deshalb sogenannte Schmiernippel, die ein Tröpfchen Öl gerne annehmen.

        4. Riemen prüfen: Antriebsriemen verlieren in Laufe Ihres Lebens an Spannung. Sollte also ein Riemen in Ihrem Rasentraktor traurig durchhängen, wird es Zeit, ihn nachzuspannen oder auszutauschen.

        5. Abdeckplane nutzen: Die Plane schützt Ihren Rasentraktor zusätzlich vor Schmutz. Falls Sie keinen Stellplatz wie eine Garage oder einen Schuppen haben, kann eine Abdeckplane Ihrem Mäher den idealen Schutz für die Wintermonate bieten.

        Wenn Sie alles erledigt haben, wird es endgültig Zeit für die Winterruhe, Sie haben Ihren Rasentraktor winterfest gemacht und einem langen Traktor-Leben steht genauso wenig im Wege, wie einem erfolgreichen Start in die nächste Saison.

        Winterfest leichtgemacht: Rasentraktor-Inspektion vom Profi

        Zugegeben, einen Rasentraktor winterfest zu machen, bedeutet ein gutes Stück Arbeit. Manch einem Hobbygärtner fehlt dafür einfach die Zeit, anderen schlicht die Expertise – schließlich sind Sie Gärtner und kein Mechaniker. Aber zum Glück existiert eine einfache Alternative: die jährliche Inspektion durch Experten.

        Zahlreiche Service-Partner der Marken bieten diesen Service an. Im Grunde funktioniert es wie beim TÜV für Ihr Auto: Sie geben Ihren Rasentraktor in die Hände eines Spezialisten und bekommen ihn rundum gewartet und winterfest zurück. Wieder daheim müssen Sie nur noch die letzten Tropfen Benzin verbrauchen und die Stromquelle abklemmen.

        Sollten Sie sich jetzt fragen, ob Sie den Weg zu einem Service-Partner auf Ihrem Traktor antreten müssen, können wir Sie beruhigen. Zahlreiche Werkstätten bieten einen Abholdienst an oder vermieten passende Anhänger. So steht einer umfassenden Inspektion Ihres Mähers wirklich nichts mehr im Wege.

        Winter ade, bereit für die neue Saison

        Auf in den Frühling mit einem gut gepflegten Rasentraktor.

        Startklar für die neue Saison: Rasentraktor gut pflegen.

        Wenn im nächsten Frühjahr der Rasen wieder zu wachsen beginnt und es wieder Zeit zum Mähen wird, ist der Start in die neue Saison leicht: Batterie anschließen, Benzin nachfüllen und rauf auf den Traktor.

        Wenn Sie unsere Wartungstipps berücksichtigen, sollte Ihr Traktor nicht nur klaglos anspringen und bereit sein, Ihren Garten wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen, sondern Sie über zahlreiche weitere Jahre zuverlässig begleiten. Denn wie bei jedem Werkzeug kommt es auch bei Ihrem Rasentraktor auf die richtige Pflege an.

        Wir wünschen viel Spaß bei der Gartenarbeit!


        Titelbild von Shaun Holloway. Weitere Bilder von Conner Baker und Zac Gudakov.

         

        Über die Redaktion

        Julia Baransky Online Redakteurin bei inara schreibt

        Julia Baransky ist Content-Managerin. Technisches Know-how und strukturierte Lösungen sind Julias Stärken. Durch ihr analytisches Denkvermögen versteht sie Zusammenhänge wie keine andere. Mit ihren sorgfältig recherchierten Texten trifft Julia die ausgewählten Themen auf den Punkt und schafft so echten Informations-Mehrwert.


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