Rasenmäher, Rasentraktor, Mähroboter: Welche Variante ist für Sie am besten?

Mehr als jeder zweite Bundesbürger bestellt in seiner Freizeit ein Stück Grün – ob es sich dabei nun um den Garten rund um die eigenen vier Wände, den Gemeinschaftsgarten des Mehrfamilienhauses oder eine Anlage in einem der mehr als 15.000 Schrebergartenvereine handelt. Im Durchschnitt ist jede dieser Grünflächen rund 485 Quadratmeter groß.

Eine ordentliche Fläche also, die wohl nicht nur aus Gemüsebeeten und Blumenstauden besteht, sondern zu seinem größten Teil aus Rasen. Liegestuhl, Profigrill und Kinderschaukel brauchen schließlich ausreichend Platz.

Dieser Rasen möchte natürlich gepflegt und vor allem auch gemäht werden. Denn spätestens, wenn es um Ihr Haus herum aussieht wie in der nordamerikanischen Prärie, leidet nicht nur die Optik; vor allem werden Sie sich bald den Unmut Ihrer Nachbarn zuziehen.

Welcher Rasenmäher für diese Aufgabe, Ihre Zwecke und Ihren Garten die beste Wahl ist, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag gerne näherbringen.

K.O.-Kriterium: Wonach sich die Wahl Ihres optimalen Rasenmähers richtet

Wenn Sie in Ihrem Garten stehen und den Blick über Ihren Rasen schweifen lassen, sollten Sie sich eine grundsätzliche Frage stellen: Wie groß ist Ihr zu mähendes Areal und wie viel Zeit möchten Sie ins Rasenmähen investieren? Von der Antwort hängt ab, welche Art Rasenmäher sich für Sie am besten eignet.

Denn natürlich könnten Sie auch eine Wiese von der Größe eines Fußballfeldes mit einem einfachen Handrasenmäher in einem akzeptablen Zustand halten. Allerdings werden Sie für das Mähen auf diese Weise so viel Zeit brauchen, dass der Rasen vorne schon wieder lang ist, wenn Sie endlich hinten angekommen sind.

Mit der Sense Rasen mähenDamals wurde noch per Hand gemäht, heute gibt es motorisierte Unterstützung

Vermutlich wissen Sie mit Ihrem Tag besseres anzufangen. Deshalb gilt: Je mehr es zu mähen gilt, desto größer und leistungsstärker sollte auch Ihr Rasenmäher sein. Ihre Optionen sind im Einzelnen:

Rasenmäher für kleinere Flächen

Rasenmäher, wie Sie sie vielleicht schon seit Kindertagen vor sich hergeschoben haben, eignen sich vor allem für kleine bis mittelgroße Gärten. Richten Sie Ihre Auswahl nach den folgenden Gesichtspunkten:

Größe der Fläche bestimmen

Rasenmäher eignen sich für Kleingärten mit einer Fläche von unter 50 Quadratmetern bis hin zu mittelgroßen Anlagen von 750 Quadratmetern. Für alles darüber empfehlen wir einen Aufsitzrasenmäher oder einen Rasentraktor.

Schnittbreite festlegen

Einen Rasenmäher finden Sie mit den unterschiedlichsten Schnittbreiten. Die richtige Größe richtet sich dabei vorwiegend nach Ihrer Rasenfläche. Für Gärten mit 250 Quadratmetern Grün reicht eine Schnittbreite von 30 bis38 Zentimetern vollkommen aus; mittlere Gärten von 250 bis 500 Quadratmetern lassen sich mit einer Breite von 40 bis 47 Zentimetern noch angenehm mähen; für alles darüber sind mindestens 50 Zentimeter Schnittbreite empfehlenswert.

Motor aussuchen

Sie haben die Wahl zwischen handbetriebenen Rasenmähern, einem Elektromotor sowie Benzinrasenmäher. Die unterschiedlichen Motorarten im Einzelnen:


Handrasenmäher: Handrasenmäher eignen sich für sehr kleine Gärten mit einer Fläche von maximal 50 Quadratmetern oder den kleinen Grünstreifen vor der Haustür. Für jeden Rasen, der größer ist, wird die Handarbeit aber schnell sehr mühselig.

Elektrorasenmäher: Für Flächen bis zu 500 Quadratmeter hat sich der Elektromotor bewährt. Er läuft wesentlich leiser als ein Benzinmotor, stößt keine Abgase aus und ist damit sehr umweltfreundlich. Allerdings wird bei größeren Rasenflächen oft das Kabel zum Problem, beziehungsweise der Akku hält nicht durch und muss aufgeladen werden.

Benzinrasenmäher: Mähen Sie einen Garten von über 500 Quadratmetern, empfehlen wir einen Benziner. Sein größter Vorteil ist seine fast unbegrenzte Reichweite: Sie müssen nicht umständlich mit der Kabeltrommel hantieren und ist der Tank einmal leer, lässt er sich schnell wieder auffüllen.

Information: Mit einem Akkurasenmäher können Sie sich freier bewegen und haben eine größere Auswahl an kombinierbaren Gartengeräten. Der Nachteil kann je nach Modell in der Laufzeit liegen.

Geländebeschaffenheit prüfen

Viele Rasenmäher besitzen einen automatischen Vortrieb, bewegen sich also ohne von Ihnen geschoben werden zu müssen. Das ist insbesondere dann von Vorteil, wenn Ihr Garten sehr uneben oder gar hügelig ist. Denn einen Rasenmäher von 30 Kilogramm oder mehr einen Hang hinauf zu wuchten, ist wahrlich kein Kinderspiel. Einen ebenerdigen Garten mit einem Rasenmäher ohne Antrieb zu mähen, ist dagegen möglich, kann auf Dauer aber anstrengend werden.

Die Mitfahrgelegenheit: Aufsitzmäher und Rasentraktoren

Sind Sie der stolze Besitzer eines sehr großen Rasens oder zeichnen sich für die Pflege des lokalen Parks verantwortlich, empfehlen wir Ihnen einen Aufsitzmäher oder sogar einen Rasentraktor. Legen Sie für Ihre Auswahl folgende Kriterien an:

Größe der Fläche bestimmen

Bereits ab einer Gartengröße von 500 Quadratmetern hat sich der Einsatz eines Aufsitzrasenmähers in der Praxis als sinnvoll erwiesen. Für noch größere Flächen finden Sie entsprechend leistungsstärkere Modelle.

Schnittbreite festlegen

Genau wie bei den Rasenmähern richtet sich auch die Schnittbreite Ihres Aufsitzers beziehungsweise Traktors nach der zu bearbeitenden Rasenfläche. Je mehr Mäharbeit vor Ihnen liegt, desto breiter sollte die Klinge sein.

Wichtig: Je breiter die Schnittbreite, desto mehr muss der Mäher auch verarbeiten. Dies sollte bei der Auswahl des Motors berücksichtigt werden.

Motor aussuchen

Ähnlich wie bei den Rasenmähern haben Sie bei Rasentraktoren ebenfalls die Wahl zwischen einem Elektromotor und einem Benzinmotor.

Benzinmotor: Leistungsstark und zuverlässig tuckern Benzinmotoren seit über 100 Jahren in unseren Fahrzeugen. Im Betrieb ist ein Benziner sehr wartungsarm und auch kleinere Defekte lassen sich leicht selbst reparieren. Dafür erfordert zum Ende der Saison etwas mehr Arbeit, um ihn winterfest zu machen.

Elektromotor mit Akku: Elektroantriebe setzen sich immer stärker durch, auch bei Rasenmähern. Schließlich fahren sie leise und emissionsfrei. Allerdings müssen Sie für die Reparatur eines E-Motors meist einen Spezialisten hinzuziehen. Den Akku-Trecker winterfest zu machen, ist dagegen sehr einfach.

Geländebeschaffenheit prüfen

Egal, ob Akku oder Benziner, falls Ihr Garten sich über eine malerische Hügellandschaft erstreckt oder an einem Hang liegt, sollten Sie unbedingt auf die Leistung Ihrer Maschine achten. In steilem Gelände sollten es um die 18 PS sein. Bei schwierigem Gelände oder auch im Wintereinsatz ist zu überlegen, ob eine Maschine mit Allradantrieb Sinn ergibt.

Hightech: Mähroboter

Sollten Sie so gar keinen Spaß am Rasenmähen haben oder Ihnen einfach die Zeit dazu fehlen, raten wir Ihnen zu einem Mähroboter. Einmal installiert können Sie ihrem neuen Freund dann einfach bei der Arbeit zusehen und müssen ihn nur noch regelmäßig reinigen. Folgende Aspekte helfen Ihnen bei der Auswahl:

Größe der Fläche bestimmen

Mähroboter finden Sie in den unterschiedlichsten Ausführungen für alle Gartengrößen. Vom preisgünstigen Einsteigermodell für Flächen von unter 100 Quadratmetern bis hin zu Profigeräten für Gärten mit bis zu 5.000 Quadratmetern. Im absoluten Highend-Bereich sind sogar Roboter erhältlich, die für Größenordnungen bis zu 20.000 Quadratmeter ausgelegt sind, diese werden aber überwiegend im gewerblichen Bereich genutzt. Sie werden also immer das passende Modell für Ihren Garten finden.

Schnittbreite festlegen

Die Schnittbreite ist bei einem Mähroboter tatsächlich nur ein untergeordnetes Kriterium, denn dem Roboter ist es egal, ob er bei seiner Arbeit ein paar Bahnen mehr ziehen muss. Selbst Geräte für Grundstücke bis zu 1.000 Quadratmetern warten daher mit einer Schnittbreite von nur 22 Zentimetern auf.

Motor aussuchen

Mähroboter werden grundsätzlich elektrisch über einen Akku betrieben. Den Weg zur Ladestation finden sie dabei von ganz alleine – während der Arbeit und nachdem ihr Job erledigt ist. Sie müssen sich um fast nichts kümmern, nur die gelegentliche Reinigung der Maschine liegt in Ihrer Hand.

Noch besser allerdings ist, wie leise so ein Elektroroboter arbeitet. Selbst bei laufendem Mähwerk überschreiten die meisten Modelle nicht die 60-Dezibel-Marke, was ungefähr der Lautstärke einer normalen Unterhaltung entspricht.

Geländebeschaffenheit prüfen

Auch wenn man es den kleinen Gefährten nicht sofort ansieht, Mähroboter sind überaus geländegängig. Mit ihren leistungsstarken Motoren bewältigen sie Steigungen bis zu 45 Grad und eignen sich damit uneingeschränkt auch für hügeliges oder unebenes Gelände.

Jedem Grashalm sein Rasenmäher

Felder, Hügel und HausVerschiedene Pflanzen, verlangen unterschiedliche Pflege

Klassische Rasenmäher bewähren sich also eher in kleinen bis mittleren Gärten, Aufsitzrasenmäher und Rasentraktoren rücken ins Rampenlicht, wenn wir über 500 Quadratmeter Rasen und mehr sprechen, einen Mähroboter dagegen finden Sie für jede Gartenfläche. Das Schnittwerk erspart Ihnen mit steigender Größe manche Stunde Arbeit, spielt für Roboter allerdings keine große Rolle.

Wer die Dinge gerne einfach hält, greift zum Benziner, umweltbewusster ist dagegen der Elektromotor. Ein unebener Garten erfordert einen Rasenmäher mit Antrieb oder einen Traktor mit ordentlich PS, Roboter können über eine kleine Steigung nur lachen.

Für jeden Garten finden Sie bei uns also den genau passenden Rasenmäher – und sollten Sie immer noch unentschlossen sein, helfen wir Ihnen bei der Auswahl gerne persönlich weiter.


Titelbild von Jeffrey Hamilton. Weitere Bilder von Rasa Kasparaviciene und Jess Zoerb.

 

Julia Baransky Online Redakteurin bei inara schreibt

Über die Redaktion

Julia Baransky ist Content-Managerin. Technisches Know-how und strukturierte Lösungen sind Julias Stärken. Durch ihr analytisches Denkvermögen versteht sie Zusammenhänge wie keine andere. Mit ihren sorgfältig recherchierten Texten trifft Julia die ausgewählten Themen auf den Punkt und schafft so echten Informations-Mehrwert.


You may also like

Alle anzeigen
Example blog post
Example blog post
Example blog post